Tim Mälzer zeigt uns die Heimat – und strammen Max [Buchvorstellung]

Auf diese Rezension habe ich mich besonders gefreut. Wie ich ja bereits erzählt habe, ist Tim Mälzer nicht unschuldig an meiner Begeisterung fürs Kochen. Seine Bücher kenne ich alle, und “Born to cook 2” war mein erstes Kochbuch. Auf “Heimat” war ich deswegen schon sehr gespannt, und habe mich gefreut, als ich es endlich im Briefkasten gefunden habe.

“Wir haben in Deutschland eine sehr produktbezogene Küche, ohne überflüssiges Brimborium. Jedes einzelne Bundesland ist zu Recht stolz auf seine regional geprägte Tradition. Deutschland ist ein kulinarisches Schlaraffenland und muss sich nicht verstecken hinter italienischer Vielfalt oder französischer Kochkunst. Es lohnt sich, genauer hinzusehen.” (Mosaik Verlag)

Daten:

Tim Mälzer
Heimat Kochbuch
2014 Mosaik Verlag
304 Seiten
19,99 €
ISBN-13: 978-3442392742

Erster Eindruck:

Sehr schick. Hardcover mit Leineneinband und Goldfolienprägung, dazu das von mir so geliebte Lesebändchen. Vom Umfang her, hat man hier schon ein ordentliches Buch in der Hand. Beim ersten Durchblättern fällt sofort auf, dass der Stil der anderen Bücher von Tim sich hier geradlinig fortsetzt.

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Inhalt:

Aufgeteilt ist das Buch in sieben Kapitel: Suppen; Mittagstisch; Fisch; Fleisch; Salat, Gemüse & Beilagen; Abendbrot; Süßes. Die Kapitelbezeichnungen “Mittagstisch” und “Abendbrot” finde ich persönlich nicht sinnvoll, da hier doch viel von der eigenen Definition abhängt, das stört aber nicht weiter. Dazwischen finden sich immer wieder Texte, in denen Tim von Herstellern (zB Landwirte, Fischzüchter, Bäcker, Käsereien…) bzw. Herstellungsprozessen erzählt. Die Rezeptvielfalt ist sehr schön (über 120 Rezepte), und jede Ecke von Deutschland wird sich wiederfinden. Allerdings, eine Anmerkung zu einem Rezept kann ich mir nicht verkneifen: Frankfurter Grüne Soße mit Mayonnaise??? Geht ja gar nicht ;)

Wie wir es in Deutschland gewohnt sind, sind viele sehr herzhafte und fleischhaltige Gerichte vertreten, aber auch das Gemüse kommt nicht zu kurz. Wie wir es von Tims Bücher gewohnt sind, sind die meisten Rezepte sehr einfach nachzukochen (liegt aber sicher auch an unserer generell sehr bodenständigen Hausmannskost), aber auch für den ambitionierten Koch sind genug etwas “aufwendigere” Gerichte dabei. Besonders schön fand ich, dass zum Beispiel beim Kartoffelsalat auf den bekannten Nord-Süd-Unterschied eingegangen wird und sowohl ein Rezept mit Mayonnaise und eines mit Essig-Öl-Dressing vorgestellt wird.

Vom Design schließt das Buch, wie bereits erwähnt, nahtlos an die Vorgänger an. Viele Bilder und Fotografien aus Deutschland ergänzen die Bilder von den Speisen.

Im Großen und Ganzen ist dieses Buch für jeden etwas, der sich von der modernen, häufig etwas abgehobenen, Küche zurückbesinnen möchte, auf das, was wir alle schon aus Kindheitstagen kennen: Gute deutsche Hausmannskost.

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Fazit:

Ein tolles Buch. Wie wir es von Tim kennen, stellt er uns hier eine bodenständige und ehrliche Küche vor. Das Buch macht deutlich, dass die deutsche Küche wirklich viel zu bieten hat. Viele Gerichte wecken Kindheitserinnerungen und versetzen uns zurück in Omas “gute Stube”. Mir haben besonders die vielen Texte und Geschichten, die Tim zwischendurch erzählt gefallen, welche das Buch wirklich schön abrunden.

Getestet: 

Als Beispielrezept habe ich mich für “Strammer Max mit Zwiebel-Gurken-Häckerle” entschieden, ganz nach dem Motto des Buches: Back to Basic! Es ist ein kinderleichtes Rezept, perfekt für ein schnelles Abendbrot und absolut lecker!

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Und so geht der Stramme Max:

Zutaten für 2 Personen:

Für das Häckerle:

  • 1 EL Rotweinessig
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 1 dicke Essiggurke
  • 4 Zweige Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Für den Strammen Max:

  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 4 Eier
  • 4 große Scheiben Sauerteigbrot
  • 2 TL Butter
  • 2-4 Scheiben Katenschinken

Zubereitung:

  1. Für das Häckerle den Rotweinessig mit Rapsöl verrühren. Zwiebel pellen, fein würfeln und zur Essig-Öl-Mischung geben. Die Essiggurke fein würfeln und unterrühren. Petersilie hacken und ebenfalls unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Für den Strammen Max Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen, die Eier hineinschlagen und 4-8 Minuten zu Spiegeleiern braten. Mit Salz würzen und beiseitestellen.
  3. Sauerteigbrot mit Butter bestreichen. Auf einem Blech im Backofen unter dem Grill knusprig rösten (am besten dabei stehen bleiben, es geht schnell!)
  4. Die Röstbrote halbieren und mit dem Katenschinken belegen. Die Eier darauf anrichten und mit dem Häckerle toppen. Sofort servieren.

StrammerMax3

Fazit zum Rezept:

Lecker! Mehr brauch man nicht sagen. Dieser Klassiker überzeugt durch seine Einfachheit.

 

Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zu Verfügung gestellt. Hierfür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Dieser Umstand hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension. Dieser Text spiegelt meinen Eindruck und meine Meinung wieder.

2 Kommentare

  • *seufz* ich bin auch ganz verknallt in das “Heimat” Buch und habe es mir gleich geholt. Einfach toll. Als ich “den Mälzer” dann am Montag noch bei CHG sah, war ich hin und weg. So sympathisch und bodenständig, toll. :)
    Dein “strammer Max” sieht super aus. :)
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Ja, so geht es mir auch! Das Buch ist wirklich toll, die Kohlrouladen habe ich ich auch schon ausprobiert :) Nomnomnom…

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