Hausgemachter Kartoffelstampf [Wir retten was zu retten ist]

Puh, dieses Mal ist es mir ausgesprochen schwer gefallen, mich für ein Rettungsgericht zu entscheiden. Nicht weil mir nichts eingefallen wäre, sondern weil die Auswahl einfach soooo riesig war. Aber von Anfang an…

Die Kartoffel ist wunderbar! Und genauso wie sie wunderbar ist, ist sie auch vielfältig, und das nicht nur in der Namensgebung: Kartoffel, Grumbeere, Erdapfel, Knulle, Tüffel sind nur einige der vielen regionalen Bezeichnungen. Laut Wikipedia gibt weltweit über 5000 Kartoffelsorten. Leider werden in den Supermärkten nur einige wenige angeboten, dabei gibt es gerade bei den alten Sorten ganz tolle Schätze wie zB das Bamberger Hörnchen.

Wir diskutieren in der Rettungstruppe ja immer mehr darüber, was wir als nächstes retten wollen und uns ist aufgefallen, wie viele Kartoffelgerichte es fix und fertig zu kaufen gibt. Angefangen bei vorgekochten Kartoffeln im Glas oder im Päckchen, Kartoffelgratin, Rösti oder Kartoffelpuffer aus der Tiefkühltruhe, Pulver für irgendetwas, dass Kartoffelpüree sein soll und so weiter. Unsere Liste war ziemlich lang. Im Prinzip kann man fast jedes Kartoffelgericht fix und fertig kaufen. Da frage ich mich schon manchmal, warum? Das fertige Zeug schmeckt meistens gar nicht und ist obendrein noch dreimal so teuer wie ein Sack gute Kartoffeln. Kartoffelpürre/brei/stampf selber machen ist sooo einfach und geschmacklich ist es absolut nicht mit diesem Pulverzeug zu vergleichen. Und deswegen habe ich mich am Ende dazu entschieden mal “meinen” Kartoffelstampf aufzuschreiben

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Was ist das Geheimnis eines guten Kartoffelstampfs? Ganz klar: Butter! Seien wir ehrlich, gute Vorsätze hin oder her, gibt es was besseres als zarten Buttergeschmack auf einer heißen Kartoffel? Nein. Noms. (Das habe ich übrigens schon als Kind geliebt, egal ob “Gewellte” (Pellkartoffeln) oder Salzkartoffeln – ich habe als Kind immer ein ordentliches Stück Butter drauf, und falls jetzt jemand schreit, meine Cholesterin-Werte waren immer topp!) Und Fett ist nunmal ein Geschmacksträger, das kann man drehen wie man will.

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Zutaten für 2 Personen:

  • 500g Kartoffeln
  • 100g Butter
  • 150ml Milch
  • Eine Prise Muskatnuss
  • 1/2 TL Zucker
  • Salz

Zubereitung:

  1. Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen bis sie gar sind. Anschließend abgießen und zurück in den Topf geben.
  2. Die Milch leicht erwärmen, es reicht wenn ihr sie in einem kleinen Topf kurz auf die noch warme Herdplatte zu stellen.
  3. Mit einem Kartoffelstampfer die Kartoffel durchstampfen (logisch, ne). Milch und Butter zugeben und alles vermengen. Wer es cremiger haben mag kann natürlich auch eine Kartoffelpresse verwenden, aber ich mag es ganz gerne mit ein paar Stückchen.
  4. Etwas Muskatnuss und Zucker zugeben und anschließend mit Salz abschmecken. Zack fertig!

Das ging doch wirklich so fix und einfach, wer braucht da noch Kartoffelpüree aus Pulver?

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Dieses Grundrezept lässt sich beliebig verfeinern:

  • Wie wäre es mit Kartoffel-Sellerie-Püree? Dazu einfach eine dicke Scheibe Knollensellerie in Würfel schneiden und mitkochen.
  • Geschnittene Frühlingszwiebel geben Schärfe und Biss.
  • Super lecker schmeckt auch Brokkoli oder Romanesco im Kartoffelbrei.

Hier geht es wie immer zu den anderen Rettern, es sind wieder so viele tolle Sachen zusammengekommen:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer
Obers trifft Sahne – Kartoffelchips
Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin (für mich)
giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti
kebo homing – Kartoffelblattlen
Küchenliebelei – Kartoffelpuffer
Sakriköstlich – Country Potatoes
magentratzerl – Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme
Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln
lecker macht laune – Smashed Potatoes & more
LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln
Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe
Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf
Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle
Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne
Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten
Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig
SweetPie – Pastinaken Gnocchi
Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln
widmatt- aus meiner Schweizer Küche – Ofenrösti mit Rüebli
Anna Antonia – Bratkartoffeln
Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin
auchwas –  Spitzbuwe
German Abendbrot – Kartoffelpürree und ein Best of Kartoffel
multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen
Das Mädel vom Land – Vollkorn-Erdäpfelbutterteig-Krapferl
1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges
from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen
Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut
Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

Alles Liebe,

Jeanette

56 Kommentare

  1. Eigentlich tragisch, dass man einigen Leuten wirklich noch erklären muss, wie man Kartoffelbrei macht, oder? Aber das sind mehr als man denkt! Und Deiner sieht besonders wunderbar aus!

    • Dankeschön, naja wenn nur einer mehr jetzt nicht mehr zur Tüte greift, freue ich mich schon 🙂
      Lg

  2. Kartoffelbrei ist einfach und immer sehr köstlich. Genau die Butter macht’s bei mir auch und nicht nur seit der Herr Lichter das groß angekündigt hat. Ein feines Rezept danke.
    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    Ingrid

  3. Hallo,
    also ich habe in meinen ganzem Leben noch nie vorgefertige Kartoffelgerichte gekauft.
    Man kann so schnell tolle Kartoffelgerichte herstellen.

    Ich bin auch so erzogen worden, dass ich das alles selbst mache.

    Lieben Gruß eva

  4. Ich war gespannt ob es hier vielleicht sogar einen violetten Stampf gibt… Und bei mir kommt inzwischen nur noch Butter an das Püree, ganz ohne Milch oder vielleicht mit etwas Sahne gestreckt.

  5. Genauso mache ich meinen Kartoffelstampf auch. Ich liebe ebenfalls kleine Stückchen. Gern mach ich noch eine klein geschnittene (rohe) Zwiebel dazu – lecker *-* Da kann kein Fertigtütenpulverzeug mithalten. Niemals! Wer das behauptet, hat noch nie guten Kartoffelstampf gegessen 🙂

    LG Jette

  6. Schaut köstlich aus und ERdäpfelpüree wie wir es hier nennen in A geht einfach immer, ein wunderbarer Seelentröster und schmackhaftes Gericht. Ich ess das auch schon mal ohne nix dazu, so wie du es zeigst..wobei so ein Faschiertes Laibchen dazu…hmmm

    lg. Sina

    • Ja ich finde auch es ist absolutes Soulfood! Als Kind mochte ich es auch soo gerne mit dem berühmten viereckigen Fisch 😉
      Lg

  7. Kartoffelpüree hab ich schon ewig nicht mehr gegessen. Auf einen Püree Vulkan mit viel Sauce hätte ich jetzt auch Lust! Das sieht sehr lecker aus! Wusste gar nicht, das man zu Kartoffeln auch Tüffel sagt…interessant, was man so alles lernt, wenn man Blogs liest 🙂

    • Ohhh jetzt sagst du was… so eine leckere Bratensoße <3
      Es gibt sooo viele unterschiedliche Begriffe, das ist total spannend wie ich finde.
      Lg

    • Ich mag das so sehr, dass ihr Erdäpfel sagt <3 Ja, die Butter muss da rein, unbedingt!
      Lg

  8. Liebe Jeanette,
    ich finde solch einfache und rustikale Rezepte einfach nur toll. Schön, dass du dich für den Stampf entschieden hast. Er sieht richtig schön cremig aus und schmeckt sicherlich super gut. 🙂

    • Dankeschön Nadine, das freut mich! Ja, die einfachsten Sachen sind halt doch oft die besten.
      Lg

  9. die einfachen Sachen sind oft die Besten und da gehört Kartoffelpüree für mich absolut dazu, gut schmeckt auch eine Pastinake reingemischt! lg

  10. Ich mag ja Kartoffelpüree oder Kartoffelstampf auch gerne, allerdings haben wir im Haushalt die Diskussion wann ist es noch Püree und wann zählt es als Kleister. Ich denke, ich muss Deines mal nachkochen, denn mit Butter habe ich noch nicht gearbeitet.

  11. Hm. Das sieht köstlich aus. Ich weiß auch nicht, wozu man da eine Tüte braucht. Kartoffeln sind so easy zu verwerten…

    • Dankeschön! Ja total, und so herrlich vielfältig (wie man ja bei unserer Truppe sehen kann) 🙂
      Lg

  12. Ich gebe ja zu, dass ich früher, also gaaaaaanz früher, Kartoffelbrei aus der Tüte gemacht habe. Und das obwohl meine Mama das nie so gemacht hat. Und als ich dann aber irgendwann feststellte, dass es gar kein Aufwand ist, das selbst zu machen, habe ich die Tütchen verbannt. 😉
    Seit einigen Jahren nenne ich eine großen Schnellkochtopf mit Dampfeinsatz mein eigen und gare die Kartoffeln für den Kartoffelstampf darin. Geht schneller und ich bilde mir ein, dass es noch besser schmeckt 🙂
    Liebe Grüße,
    Irina

    • Hmm, sowas besitze ich gar nicht. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es gedämpft noch ein Ticken besser ist. Nomnomnom…
      Lg

  13. Kartoffelpüree ist für mich Soulfood pur… und ich finde auch, ohne gute Butter keine gutes Püree 🙂
    Liebe Grüße,
    Kebo

  14. Ein richtig schoenes Grundrezept. Gut, dass wir wenigstens noch wissen, wie man Kartoffelstampf macht und nicht nur Beutelware benuetzen. Nichts schmeckt so gut wie Selbstgemachtes!!!

    LG Wilma/Pane-Bistecca

  15. So eine schlimme Sache mit dem Kartoffelbrei aus der Tüte, womöglich gleich noch mit Milch drin….. nur gut das du zeigst, wie es einfach und schmackhaft geht !

  16. Ich finde die kleinen Stückchen drin auch total lecker – bei mir darf es daher nicht zu glatt gerührt oder gar durchgemixt sein. Dann gerne noch Sahne dazu – lecker. Super Gericht und Deine Fotos sehen zum Anbeißen aus!

  17. auch bei dir sieht es herrlich aus und gibt Gluscht aus Kartoffelstock. Zucker kenne ich nicht darin, bei mir muss es aber wirklich viel Muskatnuss sein, ich mag das so sehr.
    Liebs Grüessli
    Irene

    • Ich kenne das bei vielen salzigen Gerichten, das eine Prise Zucker den Geschmack abrundet. Danke Dir!!
      Lg

  18. So einfach und so gut! Schön, dass Du ein so klassisches Rezept verbloggt hast! Ich musste vor ein paar Jahren tatsächlich einmal eine halbstündige Diskussion – Streit trifft es fast besser – mit meinem (mittlerweile Ex-) Freund führen, warum ich an Weihnachten (!) zum Lachs (!) Kartoffelpüree selbermachen möchte und keins aus einem Beutelchen machen will. Wäre doch günstiger und ginge schneller, meinte er. Unglaublich, oder?

    • Dankeschön 🙂
      Naa, an Weihnachten? Das geht ja gar nicht, er ist bestimmt zurecht ein Ex-freund 😉
      Lg

    • Verrückt, da bin ich überhaupt nicht drauf gekommen, ich werde das aber mal probieren 🙂

  19. Hier kommt auch regelmäßig Kartoffelstampf auf den Tisch – mögen wir beide sehr 🙂
    Und natürlich mit Butter und Milch, manchmal sogar Sahne, wenn noch ein kleiner Rest da ist und weg muss 😉

  20. Die einfachsten Beilagen sind immer die besten. Ich liebe Kartoffelstampf ab und zu auch nur einmal so ganz pur 🙂
    LG
    Karin

  21. :oD Hier sind Kartoffeln und Butter auch ein Traum-Duo! Könnt ich auch einfach so Essen, ohne eine Beilage ;o) Traurig, dass so etwas einfaches und tolles wie Kartoffelstampf gerettet werden muss …

    <3 -liche Grüße
    Klaudia

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