Festtagspute aus dem Backofen [Wie macht man eigentlich?]

Was gibt es denn eigentlich bei Euch an den Feiertagen zu essen?

Ich hatte ja schon einmal erzählt, dass es bei uns ganz traditionell am heiligen Abend Kartoffelsalat und Würstchen gibt und am ersten Feiertag eine ganze Pute mit Semmelknödeln, Maronengemüse und Rotkraut. Es ist jedes Jahr wieder ein Gedicht!

Aber wie bereitet man eigentlich so einen großen Vogel zu? Eigentlich ist es gar nicht so schwer, wichtig ist nur das richtige Zeitmanagement ;) Ich habe für Euch mal unseren Ablaufplan aus dem letzten Jahr (von da sind auch die Fotos) rausgesucht und festgehalten. Traditionell bereiten mein Stiefpapa und ich die Pute immer gemeinsam zu. Von ihm stammt auch das Rezept. Bei der Zeitplanung solltet Ihr ungefähr mit 5 Stunden Bratzeit + Vorbereitung + Nachbereitung (Zerteilen, Sauce kochen) rechnen.

Ganz wichtig zu Beginn: Sucht zeitnah nach einem Geflügelhändler/Bauern bei dem ihr den Vogel vorbestellen könnt. Qualität ist hier das A und O, für eine Pute aus dem Supermarkt lohnt sich Aufwand wirklich nicht und ihr ärgert Euch später nur darüber wenn das Fleisch trocken und zäh ist. Viele Metzgereien bieten ebenfalls eine Vorbestellung an. Außerdem wichtig: Je nachdem wie die Feiertage liegen müsst ihr die Pute noch einige Tage bei Euch lagern, und bei einem Vogel um die acht Kilogramm ist da schon ein gewisser Platz nötig. Bei kalten Außentemperaturen kann man sie eventuell auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse lagern aber sicher ist das in unseren Breiten ja auch nicht mehr. Überlegt also wieviel Platz ihr im Kühlschrank habt und wo ihr das Vögelchen unterbringen könnt.

Was braucht Ihr an Utensilien?

  • Eine große Fettpfanne (Das tiefe Blech vom Backofen) oder eine große Form in die der Vogel hineinpasst und unten die Flüssigkeit stehen kann.
  • Küchengarn, Rouladennadeln
  • Paketnadel, also eine dicke robuste Nadel
  • (Bratenthermometer, optional, wir machen es immer ohne)
  • Geflügelschere
  • Pinsel
  • Küchensieb, großer Topf (Später für die Sauce)

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Und die Zutaten:

  • Pute (ca. 6-7 Kg), küchenfertig
  • 4 kleine Zwiebeln
  • 2-3 kleine Äpfel
  • Eine Orangen
  • Eine Handvoll Backpflaumen
  • Eine Handvoll Rosinen
  • jeweils ein kleiner Bund Majoran und Rosmarin
  • ca. 1/2 Liter Orangensaft

Für die Sauce:

  • 2 mittelgroße Möhren
  • Eine Stange Lauch
  • ca. 200 g Knollensellerie
  • Ein Liter Geflügelfond
  • Sahne wer mag (ca. 400 ml)

Für die Würzmischung:

  • 2 TL Salz
  • 1 TL Pfeffer
  • 2 TL Paprika edelsüß
  • 2 TL Rohrohrzucker
  • 1 TL Curcuma
  • 1 TL getrockneter Rosamrin
  • 1 TL getrockneter Thymian

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Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 200°C vorheizen.
  2. Die Innereien werden häufig in einem Beutel im Inneren der Pute verstaut, diesen herausnehmen.
  3. Zuallererst wird die Pute gründlich gewaschen und anschließend abgetrocknet. Und zwar von innen und außen. Den Hals des Tieres abtrennen –  aber nicht wegwerfen, daraus lässt sich eine fantastische Geflügelbrühe kochen.
  4. Alle Gewürze für die Gewürzmischung mischen und die Pute damit innen und außen einreiben.
  5. Zwiebeln, Äpfel und Orange schälen und zusammen mit den Rosinen, Backpflaumen, Majoran und Rosmarin in die Pute geben. Nun sowohl die Öffnung am Hals als auch die “Hinteröffnung” mit Küchengarn zunähen. (Auf dem oberen Bild lassen sich die Zwischenschritte gut erkennen.) Die Flügel mit den Rouladennadeln am Körper feststecken und die beiden Keulen zusammenbinden.
  6. Sellerie, Möhren und Lauch grob würfeln. Den Vogel nun auf das Blech, oder in die Form, legen und das Gemüse drumherum verteilen. Mit ungefähr der Hälfte des Geflügelfonds und einen Teil des Orangensafts aufgießen. Den Rest des Fonds in Reichweite stehen lassen.
  7. Den Vogel in den Ofen schieben. Während der ersten halben Stunde dreimal (also alle zehn Minuten) mit der Flüssigkeit auf dem Blech einpinseln. Nach den 30 Minuten den Ofen auf 150°C herunterschalten. Den Vogel mit etwas Alufolie abdecken, damit er nicht verbrennt.
  8. Nach 60 Minuten: erneut einpinseln.
  9. Nach 60 Minuten: erneut einpinseln. Wenn die Flüssigkeit in der Form zu wenig wird einfach mit Geflügelfond und/oder Orangesaft aufgießen, am Ende sollte alles aufgebraucht sein.
  10. Auf 180°C raufschalten, 45 Minuten braten, wieder einpinseln.
  11. Zurück auf 150°C, wieder einpinseln. 30 Minuten braten.
  12. Auf 70° runterschalten und gar ziehen lassen. Die Beingelenke müssen beweglich sein, die Keule soll sich mühelos herausziehen lassen.
  13. Ist die Pute fertig gegart entfernt ihr die Würzfüllung (diese wird entsorgt) und zerteilt sie mit Hilfe einer Geflügelschere und einem scharfen (!) Messer.
  14. Den Fond aus dem Blech nun durch ein Sieb passieren und zur Sauce abbinden. Gegebenenfalls noch etwas abschmecken. Wer mag gibt noch etwas Sahne hinzu.

Die Garzeit kann von Ofen zu Ofen variieren, deswegen solltet Ihr Euch nicht sklavisch an diesen Plan halten. Wichtig sind zwei Dinge: Lieber eine moderate Ofentemperatur (150°C) und etwas länger garen und immer wieder den Vogel mit der Flüssigkeit einpinseln.

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gedeckter_tisch

besteck

2 Kommentare

  1. Rechtschreibfehler!
    erster Absatz vorletzter Satz: nicht statt nciht
    Was braucht ihr an Utensilien: eine nicht einen große Form
    Beschreibung erster Satz ist falsch. Es ist keine Maronenfüllung sondern Maronengemüse.

    ;-) Mama

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