Das kleine Spargel 1×1

Spargel – die Königin des Gemüses!

Heute habe ich mal ein bisschen Basiswissen zu diesem wirklich tollen Gemüse zusammengetragen und gleich ein paar Ideen mitgebracht, was man tolles damit anstellen kann.

Spargel hier hierzulande eine große Bedeutung und ist das am häufigsten angebaute Freilandgemüse. Durch die vielen Spargelbauern in unserer Region (Südhessen, bei Darmstadt) steht hier gefühlt alle 500 m eine kleine Hütte am Straßenrand, an welcher Spargel nahezu frisch vom Feld verkauft wird. Einige hiesige Bauern beliefern große Teile von Hessen und Süddeutschland. Die meisten bauen neben Spargel auch Erdbeeren, Himbeeren usw. an.

Die Spargelzeit ist kurz und dauert nur von ungefähr Mitte April bis zum 24. Juni (Johannistag). Wobei man dazu sagen muss, dass die Saison mittlerweile künstlich stark verlängert wird: Die Felder werden mit Thermofolien bespannt um den Spargel noch früher zu bekommen. Von dem Plastikmüll der dabei entsteht wollen wir jetzt lieber nicht sprechen… Mich würde aber mal sehr interessieren was mit den Folien passiert, bzw. wie oft sie verwendet werden können. Ich meine, habt Ihr das mal gesehen? Das sind riesige Felder, und jeder Erdwall ist mit Folie überzogen. Ich werde das noch recherchieren Ich habe hier mal einen Beitrag von SWR Marktcheck zu diesem Thema rausgesucht. Wenn jemand dazu noch weitere Infos hat, schreibt mir gerne einen Kommentar. Das gilt übrigens nicht nur für Spargel sonder auch für Erdbeeren und ähnliches. An der Spargelhütte meines Vertrauens gab es am vergangenen Wochenende schon Erdbeeren aus eigenem Anbau zu kaufen. Auf Nachfrage wurde mir dann bestätigt, dass auch hier die Erdbeeren unter dem Folientunnel gezogen werden. Meh. Und das nur weil “wir” schon im April heimische Erdbeeren essen wollen – ich erinnere mich übrigens daran, dass es früher an meinem Geburtstag im Juni den ersten Erdbeerkuchen des Jahres gab. Ich erzähle das, weil ich finde, dass man solche Entwicklungen im Hinterkopf behalten sollte.

In unserer Region wird tatsächlich sehr viel Spargel angebaut, da wir hier auf Sandboden leben. Dieser Sandboden entstammt unserer Sanddüne (es ist wirklich eine richtige Düne, mit feinem Sand wie am Meer), aus der letzten Eiszeit – super für den Spargelanbau, denn auf Sandboden wächst Spargel besonders gut.

Welche Sorten gibt es eigentlich zum Essen?

  • Klassischer weißer Spargel, sog. Bleichspargel (bekommt kein Sonnenlicht, wird aus der Erde herausgestochen, die Köpfe sind noch geschlossen) Protipp: Ganz oft wird bei den Spargelbauern direkt auch sog. Sonnenspargel günstiger verkauft, das sind Stangen, die das Köpfchen gerade aus der Erde herausgestreckt haben und dadurch keine 100% weiße Farbe mehr haben und leicht geöffnet sein können.
  • Grüner Spargel (Darf aus der Erde herauswachsen und bekommt dadurch Sonnenlicht, was die Photosynthese in Gang setzt –> Bildung von Chlorophyll)
  • Violetter Spargel (Burgundine) (Wird wie Grünspargel angebaut, schmeckt auch ähnlich kräftig und nussig)
  • Wilder Spargel auch Waldspargel genannt (viel dünner als normaler Spargel, grün bis violett, wächst wohl vor allem in Kroatien und eben wild im Wald.)

Was bedeuten die unterschiedlichen Klassen?

Wie so viele Dinge ist auch der Verkauf von Spargel streng reglementiert. Dabei geht es aber vor allem um optische Merkmale der Stangen.

Klasse Extra: Gerade, fest geschlossene Köpfe, Nicht holzig, gespalten oder hohl, mindestens 16-26 mm Durchmesser, nur unwesentlich verfärbt.

Klasse I: Mindestens 12-16 mm Durchmesser, er darf leicht gebogen sein, Verfärbungen müssen beim schälen verschwunden sein. Nicht holzig, gespalten oder hohl.

Klasse II: Stangen dürfen gebogen sein und die Köpfe weniger fest verschlossen, darf Verfärbungen aufweisen, darf leicht holzig sein.

Häufig wird auch eine Klasse III angeboten, diese ist aber innerhalb der EU-Regelung nicht relevant.

Klassenloser Spargel: Bruchspargel, Sonnenspargel, Suppenspargel

Wie ist das nun mit dem äähhh Pipi?

Dieses Phänomen kennt wohl jeder: Wenn man nach dem Spargel essen auf die Toilette geht, riecht es, sagen wir mal, streng… Das liegt an der Asparagusinsäure, die von vielen Menschen (laut Wikipedia sind es 40%) durch Enzyme in schwefelhaltige Stoffe gespalten wird, und das riecht eben so unangenehm. Offenbar können aber auch nicht alle Menschen diesen speziellen Geruch wahrnehmen, denn einige Menschen verfügen über eine Genmutation, die dafür sorgt, dass man diverse schwefelhaltige Gerüche nicht wahrnimmt. (Auch hier Quelle Wikipedia). Fakt ist aber, dass dieser Geruch nichts schlimmes ist, und auch relativ schnell wieder vergeht. Durch den hohen Kaliumgehalt im Spargel muss man sowieso ein bisschen öfter…

Worauf man beim Spargel kaufen und lagern unbedingt achten sollte:

  1. Frischer Spargel quietscht wenn man zwei Stangen aneinander reibt.
  2. Spargel ist sehr empfindlich und sollte im besten Fall direkt am selben Tag verzehrt werden. Wenn man ihn in ein feuchtes Küchentuch einschlägt, hält er sich aber auch 1-2 Tage im Kühlschrank.
  3. Grüner Spargel ist etwas unempfindlicher, sollte aber dennoch nicht lange gelagert werden.
  4. Weißer Spargel muss noch geschält werden und ggf. schneidet man unten das etwas holzige Ende ab. Grüner Spargel kann mit Schale verzehrt werden, man  sollte auch hier unten ein kleines Stück abschneiden.
  5. Theoretisch kann man Spargel auch roh einfrieren, aber da Spargel zu 92% aus Wasser besteht, ist das nicht empfehlenswert. Er ist danach ziemlich “labberig” und man sollte ihn auf jeden Fall vorher schon schälen. Besser ist ihn einzuwecken. Bei Steph im Kuriositätenladen findet Ihr HIER eine Anleitung dazu.

Zubereitungstipps:

  1. Für die Zubereitung im Topf eignet sich ein Spargelkochtopf in welchem die Stangen in einem Sieb stehen am besten.
  2. Auf jeden Fall einen Topf aus Edelstahl verwenden, da Aluminium den Spargel verfärbt.
  3. Den Topf unten 4-5 cm mit Wasser füllen und eine Prise Salz sowie einen Teelöffel Zucker zugeben. Je nach Dicke der Stangen dauert es zwischen 15 und 20 Minuten. Die Stangen mittels einstechen auf ihren Garpunkt überprüfen.
  4. Wer keinen Spargeltopf hat (oder größere Mengen zubereiten will) kann den Spargel auch in verschiedenen Varianten im Backofen zubereiten. Besonders einfach ist die Zubereitung im Bratschlauch. Dazu den Spargel wie gewohnt vorbereiten und mit Wasser, Zucker und Salz in den Bratschlauch geben. Den Bratschlauch wie ein Bonbon verschnüren. Ca. 25 Minuten bei 180°C. Variieren kann man hier beispielsweise mit Zitrone oder Wein.

Und was machen wir nun daraus?

In unserer Familie wird der weiße Spargel am liebsten mit Pellkartoffeln und Schinken gegessen. Dazu einfach ein bisschen Butter oder Remoulade. Hollandaise mag bei uns keiner… Grünen Spargel mag ich persönlich sehr gerne, aber dann lieber in einem Gericht. Ein paar Vorschläge von mir und von anderen Bloggern habe ich schon für Euch zusammengetragen.

Pasta mit Zitrone und Spargel | Spargelpesto mit Kräutern | Spargelrisotto | Spargelcremesuppe | Flammkuchen mit grünem Spargel | One Pan Pasta mit grünem Spargel von Janke*s Soulfood | Spargelquiche von The Apricot LadyWilder Spargel mit Olivenöl, Zitrone und Parmesan von Flavouredwithlove

Weitere Ideen, die ich zum Teil noch nicht verbloggt hab:

3 Kommentare

  1. Hallo Jeanette,

    schöner Beitrag über dieses tolle Gemüse. Ich selbst liebe grünen Spargel! Am liebsten in etwas Olivenöl gebraten und dann mit Orangensaft abgelöscht – ein Gedicht :-)

    Grüße

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