Wie man “Richtig gute Burger” macht [Buchvorstellung]

Wie ich Euch ja Anfang der Woche versprochen habe, gibt es heute etwas für die Burgerfans unter Euch. Dieses Buch habe ich letztes Jahr auf dem Stand des LV-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Die meisten kennen den LV-Verlag sicher als Herausgeber von Zeitschriften wie “Landlust” oder “Einfach Hausgemacht”, der Verlag gibt auch Koch und DIY-Bücher heraus.

So. Ein Buch mit dem Titel “Richtig gute Burger” erregt natürlich sofort meine Aufmerksamkeit, denn ich liebe Burger. Damit meine ich natürlich echte Burger, handgemacht, mit einem leckeren Brötchen. Damit kommen wir gleich zu den zwei für mich wichtigsten Punkten eines guten Burgers: Gutes Fleisch und vor allem ein fest-fluffiges Brötchen. Es gibt nichts schlimmeres für einen Burger als ein pappiges, geschmackloses Brötchen und ein Pattie (so nennt sich das Fleisch in der Form wie es auf den Burger kommt) das z.B. zu trocken oder verwürzt ist.

Hält das Buch denn nun was es verspricht?

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Daten:

Jon Widegren
Richtig gute Burger: Anständige Burger braten – Grundlagen, Rezepte, Kultur
2014 Landwirtschaftsverlag Münster
128 Seiten
16,95 €
ISBN-13: 978-3784353081
Erster Eindruck:

Softcover, hmm, nicht so meins. Ein Softcover-Buch bleibt nicht offen liegen und eignet sich damit schlecht um während des Kochens in der Küche zu liegen. Man muss also die Seite immer wieder neu aufschlagen. Die Bilder, und das macht das Buch sympathisch, sind nicht wie in vielen anderen Büchern Hochglanzbilder von perfekt angerichteten Burgern auf hübschen Tellern, sondern rustikal, dunkel und ein bisschen “dirty”. Mir fällt kein gutes deutsches Wort dafür ein, da ich nicht “dreckig” im Sinne von “schmutzig” meine sondern eben “dirty”. Wisst Ihr was ich meine? Aber genau da liegt meines Erachtens nach auch der Charme. Viele der Fotos zeigen amerikanisch anmutende Restaurants oder diese Plastikkörbchen in den denen der Burger mit den Pommes serviert wird.

Inhalt:

Großes Plus dieses Buches: Die vielen Hintergrundinformationen. Die ersten 38 Seiten des Buches beziehen sich nur auf Geschichte und Hintergrund. Es wird sehr detailliert auf die Verarbeitung des Fleisches eingegangen, bzw. auf die Herstellung der Burger-Patties. In den Rezepten für die einzelnen Burger stehen Angaben aus welchem Teil des Rindes das Hackfleisch stammen soll (Meistens Hochrippe und Wade) und wie oft man es durch den Fleischwolf dreht. Gut, der durchschnittliche Hobbykoch hat jetzt nicht zwingend einen Fleischwolf zu Hause, aber beim Metzger Eures Vertrauens bekommt Ihr das Hack so zusammengestellt wie Ihr möchtet. Wenn Ihr die im Buch angegebenen Teile nicht bekommt (so wie ich) hilft Euch sicher Euer Metzger bei der Auswahl einer Alternative. Auch die Anleitung zum braten war für mich etwas neues, hat mich aber überzeugt.

Kommen wir zu den Brötchen. Mein größter Kritikpunkt an diesem Brötchenrezept ist die Mengenangabe. das Rezept ist ausgelegt auf 22 klassische Brötchen, 44 Slider oder 66 Mini-Brötchen. Eine Menge die ich eher nicht backen würde. Ich finde es immer angenehmer wenn “haushaltsübliche” Mengen angegeben werden und man ggf. hochrechnen kann. Die Teigherstellung ist gut beschrieben und verständlich. Was das Backen der Brötchen angeht ist die Zubereitung deutlich arbeitsintensiver als in anderen Rezepten. Lange Gehzeiten und niedrige Ofentemperaturen sind nicht leicht umzusetzen (auch wenn hier eine Ausweichmöglichkeit gegeben wird). Auch der Hinweis zum Teig kneten “Wer hier auf Handarbeit (also ohne Küchenmaschine, Anm.) ausweicht, stelle sich auf mindestens eine halbe Stunde harter Arbeit ein” könnte den ein oder anderen abschrecken. Ich habe das Rezept für die Brötchen etwas abgeändert, also die selben Zutaten verwendet aber mit anderen Gehzeiten gearbeitet und habe nicht so akribisch auf die Temperatur geachtet. Geschmeckt haben die Brötchen trotzdem sehr gut: Schön fluffig im Biss aber dennoch fest genug, dass sie nicht “durchsibbschen”.

Im folgenden Kapitel werden verschiedenen Möglichkeiten präsentiert, den Burger zu belegen. Hier wird zu jedem Rezept auch eine Fleischmischung empfohlen. Die Handhabung ist jedoch meist die gleiche. Glücklicherweise sind hier die Angaben wieder auf 4 Portionen standardisiert. Die Zubereitung ist, wie auch der Rest, gut und verständlich beschrieben. Das Ergebnis kann sich dann wirklich sehen lassen.

Nach den Burgern folgt jeweils ein Kapitel zu Pommes Frites, Beilagen & Dips und zum Abschluss Milkshakes (typisch amerikanisch eben). Diese werden ganz sicher zukünftig auch noch getestet und hier nachgereicht.

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Fazit:

Definitiv ein Buch für Burger-Liebhaber und Burger-Puristen. Die Zubereitung erfordert etwas mehr Aufwand, lohnt sich aber. Die vielen Hintergrundinformationen sind hilfreich und interessant. Schön ist vor allem, dass alles selbst gemacht werden kann. Für mich persönlich habe ich entschieden, dass der Mehraufwand zu den Burgerbrötchen wie ich sie bisher herstelle keinen großen geschmacklichen Unterschied macht, aber gut. Dieses Buch besinnt sich sehr auf den Fokus eines guten Burgers: Das Fleisch und das Brötchen (und das ist ja genau meine Meinung). Wer ausgefallene Burgerrezepte mit besonderen Zutaten sucht ist hier falsch, wer viel selbst machen möchte und das “Burger Handwerk” von Grund auf lernen möchte (und sich danach mit einem exzellenten Burger belohnen möchte), der ist hier goldrichtig.

 

Nachtrag:

Ich habe zum Vergleich mal Burger-Patties aus einfachem Rinderhack getestet, sprich keine eigene Auswahl der Teilstücke. Dieselbe Zubereitung. Und ja, man schmeckt in der Tat einen gravierenden Unterschied zu dem selbst zusammengestellten Hackfleisch.

Getestet:

Wir haben uns für den “Burgler” entschieden:

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Zutaten für 4 Portionen: 

  • Hackfleisch bestehend aus: 550g Hohe Rippe (Hochrippe) möglichst abgehangen, 200g Rinderbrust möglichst abgehangen, 50g Wade (Wie bereits erwähnt, hatte ich auch eine etwas andere Mischung)
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Butter für die Brötchen
  • 8 Scheiben amerikanischer Cheddar
  • Burger Dressing (Im Buch beschrieben, eine Mischung aus Mayo, Ketchup, Senf, Dillgurken, Knoblauchpulver (habe ich weggelassen), Cayennepfeffer, Paprikapulver edelsüß)
  • Eisbergsalat in Streifen geschnitten
  • 8 Scheiben Flaschentomaten
  • 4 Burgerbrötchen (Wie im Buch beschrieben)

Zubereitung:

  1.  Das Fleisch zu 8 Patties formen (Anleitung im Buch). Eine gusseiserne Pfanne sehr heiß werden lassen. Kein Bratfett verwenden. Die Kugeln hineinlegen und mit einem Plattiereisen oder Fleischklopfer auf ca. 1 cm dicke pressen. Salzen und pfeffern.
  2. 2-3 Minuten bei starker Hitze braten, vorsichtig wenden und von der anderen Seite noch einmal 2-3 Minuten braten bis sie außen knusprig und innen noch leicht rosa sind.
  3. In der Zwischenzeit die Brötchen aufschneiden. Die Schnitthälften mit Butter bestreichen und einer zweiten Pfanne von allen Seiten anrösten, so dass sie schön warm sind (sofern man sie nicht direkt aus dem Ofen holt).
  4. Kurz vor Ende der Bratzeit die Patties mit einer Scheibe Käse belegen, dann je zwei Patties aufeinanderlegen damit der Käse schmilzt.
  5. Die untere Brötchenhälfte mit Dressing bestreichen und mit Salat und Tomatenscheiben belegen. Die Patties aus der Pfanne auf den Burger legen und mit der oberen Brötchenhälfte abschließen.

Fazit zum Rezept: Einfach nur saulecker! Das Fleisch war wirklich perfekt und das Brötchen fest-fluffig!

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Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zu Verfügung gestellt. Hierfür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Dieser Umstand hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension. Dieser Text spiegelt meinen Eindruck und meine Meinung wieder.

 

Übrigens: Wer auf der Suche nach Kochbuchrezensionen ist, sollte auf jeden Fall mal bei “Arthurs Tochter kocht” und ihrer Aktion “Jeden Tag ein Buch” vorbeischauen!

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Lasst es Euch schmecken…

Jeanette

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