Das Brotbackbuch Nr. 2 [Buchvorstellung]

Lassen Sie uns mal über Brot sprechen…

Wir Deutschen sind ja schon ein bisschen “narrisch” mit unserem Brot. Wir lieben es einfach, besonders wenn es herrlich duftend, frisch aus dem Ofen kommt! Und zu dem Begriff “Abendbrot” brauche ich wohl nichts mehr zu sagen. Nicht ohne Grund gibt es selbst am anderen Ende der Welt, in Australien, deutsche Bäckereien! Ich beschäftige mich seit einem halben Jahr intensiv mit dem Brotbacken und habe in dieser Zeit viel gelernt. Vor allem ist es aber eine wunderbare Sache sein Brot selbst zu backen und hat für mich schon fast etwas meditatives. Seit einigen Monaten wohnt jetzt auch mein Roggensauerteig “Georg” bei mir im Kühlschrank, aber davon erzähle ich mal ein anderes Mal…

Das ich nun das zweite Brotbackbuch von Lutz Geißler und Björn Hollensteiner vorstellen darf, ist mir eine Ehre und ein ganz besonderes Vergnügen.

Bevor wir richtig einsteigen gibt es noch eine Art Mantra, dass ihr Euch immer im Hinterkopf behalten könnt, wenn Ihr Euch mit dem Brotbacken beschäftigt:

Gutes Brot brauch Zeit. 

Daten:

Brotbackbuch Nr. 2 – Alltagsrezepte und Tipps für naturbelassenes Brot
Lutz Geißler & Björn Hollensteiner
2015 Ulmer Verlag
272 Seiten
29,90 €
ISBN-13: 978-3800183746
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Erster Eindruck:

Handliches Format und DREI Lesebändchen *freu*. Bei ersten Durchblättern fühlte ich mich ein bisschen an ein Schulbuch erinnert. Das Buch enthält sehr viele Fotos, einige davon jedoch nur in schwarz/weiß. Die Aufteilung ist sehr übersichtlich und besonders toll finde ich die Rezeptübersicht am Ende eines Kapitels. Dieses Buch ist in meinen Augen mehr als nur ein Backbuch, es ist viel mehr ein Leitfaden zum selbstständigen Brotbacken. Man lernt wirklich unheimlich viel, und es eignet sich auch perfekt um einfach drin zu lesen.

Inhalt:

Das ganze Buch ist sehr übersichtlich strukturiert. Nach der ausführlichen, und lehrreichen Einleitung werden die drei bekanntesten Getreidearten (Weizen, Dinkel, Roggen) besprochen und ihre Handhabe erläutert. Darauf folgen jeweils die Rezepte für verschiedene Brote und Brötchen. Großes Plus dieses Buches: Jedes Rezept existiert in vier Varianten: Basisrezept, Sauerteigrezept, “no knead”-Rezept und Übernacht-Rezept. Damit wird das Buch seinem Untertitel “Alltagsrezepte” gerecht. Es ist wirklich für jeden etwas dabei, inklusive einer Anleitung wie man das Brotbacken in seinen Alltag einbauen kann. Abschließend folgt ein langes Kapitel über Grundlagen für selbst gebackenes Brot. Wie gesagt, es ist viel mehr als nur eine Rezeptsammlung und gerade deswegen lohnt es sich, das Buch einfach komplett zu lesen. Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen hilfreichen Fotos, besonders die der Teigzustände und der Anleitung zur Teigbearbeitung. Das wirken von Brötchen bedarf nämlich wirklich etwas Übung…

Einen Mini-Minuspunkt habe ich aber dennoch: Mir persönlich fehlen leider Rezepte und Infos für Körnerbrot.

Fazit:

Ich liebe es. Ich habe so viel aus diesem Buch gelernt, und empfehle es inzwischen jedem, der sich mit selbst gebackenem Brot beschäftigen möchte. Ich denke mehr muss ich nicht sagen.

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Getestet: 

Weizenbrötchen mit Übernachtgare. Ich bereite sie gerne Samstag Abend vor, damit wir Sonntags frische Brötchen haben :)

Zutaten:

Autolyseteig:

  • 510 g Weizenmehl 550
  • 305 g Wasser (20°)

Haupteig:

  • Autolyseteig
  • (10 g Malzmehl inaktiv) Ich: 10 g Honig
  • 5 g Frischhefe
  • 10 g Butter
  • 10 g Salz

Zubereitung:

  1. Zutaten des Autolyseteigs vermengen, 30 Minuten ruhen lassen.
  2. Alle Zutaten für den Haupteig vermengen und von der Maschine kneten lassen. 3 Minuten langsam, 5 Minuten schnell (Der Teig löst sich vollständig vom Schüsselrand).
  3. 60 Minuten bei 24°C zur Gare stellen.
  4. Die Brötchen formen (Lang, spitze Enden) und auf einem Blech oder Teller (Schluss oben) für 12 Stunden in den Kühlschrank legen. Mit einem Handtuch abdecken.
  5. Der Länge nach einschneiden und für 20-22 Minuten backen: Beginnen auf 250°C, nach 10 Minuten auf 210° herunterdrehen. Ein feuerfestes Gefäß mit Wasser dabeistellen. Nach den ersten 10 Minuten die Ofentür kurz öffnen um den Dampf abzulassen. Wer richtig schwaden kann, schwadet natürlich :)

Brötchen1

Back Euch was Schönes,

Jeanette

 

Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zu Verfügung gestellt. Hierfür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Dieser Umstand hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension. Dieser Text spiegelt meinen Eindruck und meine Meinung wieder.

2 Kommentare

  • Hallo Jeanette,
    ich freue mich sehr über Deine Rezension und danke Dir dafür. Bislang war die Resonanz in den Blogs eher gering – was aber vermutlich an der “unspektakulären” Art des Buchs liegen könnte. Was die Rezepte mit Saaten / Körnern angeht: das hat uns beiden in der Seele weh getan, sie wegzulassen, doch wir hätten uns damit zu weit vom Gedanken der “Basisrezepte” entfernt. Doch ich kann Dir sagen, daß Du bei fast allen Rezepten aufgrund der niedriger gehaltenen Teigausbeute noch Platz für ein kleines Saatenbrühstück hast. Der Teig wird womöglich etwas weicher, doch das sollte trotzdem klappen.
    Viele Grüße,
    Björn

    • Vielen lieben Dank Björn,
      das ist wirklich ein großes Lob, dass dir meine Rezension gefällt und freut mich sehr!
      Danke für die Info mit den Saaten, das werde ich am Wochenende gleich mal ausprobieren.

      Liebe Grüße
      Jeanette

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