Madeira – Wieso gibt’s da Bananen zum Fisch?

Madeira – eine kleine Insel inmitten des atlantischen Ozeans, kurz vor der afrikanischen Küste, nördlich der Kanaren. Eine Hochgebirgsinsel, entstanden durch vulkanische Aktivitäten. Doch nicht kark und kahl, sondern mit einer unfassbar reichen Pflanzenwelt gesegnet. Der höchste Gipfel der Insel, der Pico Ruivo, ist 1862 m hoch. An einer Stelle, dem Cabo Girao, fallen die Klippen über 500m tief ins Meer. Die ganze Insel lässt sich mit einem Wort beschreiben: Beeindruckend.

Wie Ihr Euch nun denken könnt, war ich im Urlaub (im Juni… hüstel). Und irgendwie habe ich Lust euch davon zu erzählen. Auch, weil ich mich selbst immer über Tipps freue besonders wenn es um Restauranttipps geht ;) Dazu muss ich auch noch sagen, dass wir (so wir denn keine konkreten Tipps bekommen haben) recht gut mit Google-Bewertungen fahren. Wir schauen welche Lokale es im Umkreis gibt, und lesen was andere darüber schreiben. Bisher wurden wir nie enttäuscht. 

Ohne näher drauf eingehen zu wollen, meine Ausflugstipps so far… wir waren ja nur eine Woche da…

  • Die Grotten in Sao Vicente
  • Ein Besuch beim Cabo Girao
  • Eine Fahrt über das Hochmoor Paul de Serra
  • Natürlich ein Besuch in Funchal mit dem üblichen Tourikram (Monte, Kathedrale, Hafen, Markthalle, Rua de Santa Maria…)

Aber nun will ich auch ein wenig von dem berichten, was wir dort gegessen haben…

Generell muss man sagen, dass das Angebot an vegetarischen Speisen leider immer noch sehr dürftig ist. Die portugiesische Küche ist sehr Fisch- und Fleischlastig. Bestellt man einen gemischten Salat dazu, darf man sich nicht wundern, wenn man ein paar Salatblätter, Tomate und Gurke bekommt. Nicht angemacht. Essig und Öl stehen dazu auf dem Tisch.

Bolo de Caco (port. Scherben Kuchen)

Liebe! Das Knoblauchbrot wird hier als Vorspeise gegessen und was soll ich sagen, wir haben vermutlich eine Woche nach Knoblauch gestunken :D Es ist nämlich so so lecker, dass wir es quasi jeden Tag gegessen habe… und am Knoblauch wird nicht gespart. Ursprünglich wurde das Brot aus oder mit Süßkartoffeln gebacken. Heute nimmt man aber Weizenmehl. 

Knoblauchbrot

Espada (port. “Degen”)

Der schwarze Degenfisch ist ein traditionelles Gericht auf der Insel. Er lebt in einer Tiefe von 1500 Metern und ist eigentlich kupferfarben. Durch die schnelle Druckveränderung beim Raufziehen verändert sich jedoch die Farbe des Fischs und seine Haut wird schwarz.

Stutzig wurde ich in dem Moment als ich las, dass man den Fisch dort mit Banane und gelegentlich auch mit Maracuja serviert. Banane zu Fisch? Echt jetzt? Konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen… aaaaber man muss es ja zumindest mal probiert haben. Also, tada, Espada (Degenfisch mit Banane)

Zugegeben, ich mag gar keine Bananen. Also ich esse sie im Obstsalat aber das wars auch schon. Der Fisch war lecker. Ein sehr feiner Fisch, der vermutlich auch Nicht-Fischessern schmeckt. Die Banane dazu – also nee, wirklich nicht. War jetzt nicht total eklig, aber meins ist es nicht. Der Liebste hatte ein Steak, welches ebenfalls hervorragend war. Dazu gab es die typischen Beilagen (Pommes, Reis, Salat, Gemüse). Den Fisch hatte ich im “Caravela” in Sao Vicente, direkt am Meer. Sehr zu empfehlen, wer frühzeitig da ist, bekommt einen Platz auf der kleinen Terrasse im ersten Stock.

Degenfisch mit Banane, Steak im Hintergrund und jede Menge Beilagen

Nicht zu verwechseln: Espetada

Ja, das war schon eher mein Geschmack. Ein ca. ein Meter langer Spieß mit Rindfleischstücken. Traditionell wird dieser auf ein Stück Lorbeerholz gespießt (auf Madeira gibt es einen berühmten Lorbeerwald), da der Wald aber unter Naturschutz steht, werden mittlerweile Metallspieße verwendet. Dazu wird gerne Milho frito gegessen, frittierte Polentawürfel, auch sehr lecker.

Die Spieße gab es für uns im “O Lagar” in Camara de Lobos, ein sehr großes Lokal, aber trotzdem sehr zu empfehlen. Alle waren super freundlich und das Essen grandios. Das Lokal wird auch für größerer Reisegruppen genutzt, weswegen man hier auch in den Genuss von tanzenden Folklore-Gruppen, in traditionell madeirischen Gewändern, kommen kann. Es zählt laut Google Bewertungen zu einem der besten Lokale für Espetada. Das obere Foto ist im “O Lager” entstanden, die beiden anderen in einem Lokal in Funchal, wo wir an unserem letzten Abend noch einmal Espatada genossen haben.

Die Spieße werden traditionell hängend an solch einem “Gestell” serviert.
Dazu gibt es Salat und die klassischen fritierten Polentawürfel.

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